Newsletter

Bleiben sie aktuell. Jetzt unseren Newsletter abonieren!

Mitgliederbereich

Umfrage

Das Schweizer Minarettverbot ...
 
Klassenkampf von oben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Berthold Arndt   
Freitag, den 29. Februar 2008 um 19:49 Uhr

Die Zeit schreibt in dieser Woche auf Seite 19 im Artikel „Sie sind so frei“: „Die Botschaft der rot-grünen Agenda-Jahre war, daß sich alle mehr anstrengen müssen. Daß Sozialschmarotzer keine Chance mehr haben. Wie aber soll die Regierung den Druck nach unten rechtfertigen, wenn sich die Oberschicht ihrer Verantwortung erfolgreich entzieht?“ Verwiesen wird dabei auf die Steuerflüchtlinge, die kein Unrechtsbewußtsein besitzen, wenn sie ihr Geld am Staat vorbei nach Liechtenstein oder in die Karibik schmuggeln. Die Verweigerung der Steuerzahlung ist eine Verweigerung der Verantwortung für die Gemeinschaft.


Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wird mit den Worten zitiert: „Es sind die Eliten, die das System zum Einsturz bringen.“

„Sechs von zehn Deutschen halten die soziale Marktwirtschaft inzwischen für unsozial. Fast ebenso viele bezeichnen laut einer Allensbach-Umfrage die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik für ungerecht.“, schreibt die Zeit.

Mit Blick auf die Globalisierung fordern viele Unternehmer geringere Steuern, niedrigere Löhne und längere Arbeitszeiten für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Gleichzeitig füllen sie sich schamlos die Taschen.

Teilweise sind diese Forderungen berechtigt, denn fast jedes Unternehmen muß jetzt im internationalen Maßstab konkurrenzfähig bleiben. Doch Deutschland ist längst auf dem Weg in ein Niedriglohnland. Es kann nicht jeder Ingenieur werden. Etwa 10 % aller Schulabgänger besitzen keinen Abschluß. Mehr als 25 % aller Auszubildenden sind lernunfähig.

Die allgemeine kulturelle Krise zeigt sich nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Bildung der Massen und nicht zuletzt in der Geisteskultur. Die Eliten versagen.

Trotzdem brauchen wir den gesetzlichen Mindestlohn. Er stellt sicher, daß der gesellschaftliche Reichtum zu einem ansprechenden Teil auch bei den Leuten ganz unten ankommt. Jeder muß von den Bezügen aus seiner Arbeit leben können.

Es gibt Unternehmer, die geringe Löhne zahlen, weil sie genau wissen, daß das Arbeitsamt ihre Arbeitnehmer bezuschußt. Das ist ein Wirtschaften auf Kosten aller.

Es muß Geld in die Hände der Arbeitnehmer kommen, damit ihre Kinder eine reale Chance haben, dem Teufelskreis aus Armut und geringer Bildung zu entkommen.

Die Wirtschaft braucht alle Köpfe, in sie muß die Gesellschaft investieren – auch aus Gründen der demografischen Entwicklung.

Unternehmen, die nur mit Dumpinglöhnen konkurrenzfähig sind, sind in Wahrheit gar nicht konkurrenzfähig. (Siehe Postzusteller PIN).

Aktualisiert ( Mittwoch, den 02. September 2009 um 09:57 Uhr )